CHKD CONNECT 01/2020 – IM FOKUS CHINESISCHE STAATSBETRIEBE

Erstellt von Frank Barlen | |  Content MarketingMittelstandVeranstaltungenInterviewKommunikationMarketingTrendChinaStandortmarketing

„Wenn der Wind der Veränderungen weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen“ – treffender kann ein Sprichwort die Diskussion um chinesische Staatsbetriebe nicht spiegeln. Veränderung geht immer einher mit Herausforderungen, aber auch mit Chancen. Die Europäische Handelskammer fordert die chinesische Regierung in einem Positionspapier mit mehr als 800 Empfehlungen zur Wettbewerbsneutralität auf und sieht in den Staatsunternehmen eines der größten Hindernisse für ausländische Unternehmen in China.

Für China wiederum sind Staatsunternehmen ein wesentlicher Treiber der Reformbestrebungen. Reformen der Staatsunternehmen waren ein entscheidender Faktor für Chinas Wachstum und Transformation in den vergangenen 30 Jahren. Präsident XI Jinping hat das Reformtempo mit Amtsantritt deutlich erhöht. Die staatliche Aufsichtsbehörde SASAC (State-owned Assets Supervision and Administration Commission of the State Council) treibt die Modernisierung und Umstrukturierung großer Staatsunternehmen konsequent voran. Sie arbeitet an wichtigen Initiativen der Reformbestrebungen: zum Beispiel Antikorruptionsmaßnahmen, höhere Transparenz in Entscheidungsprozessen oder Umweltkontrollen zur Einhaltung der Emissionsvorschriften. Der Charakter staatlichen Eigentums hat sich damit in den vergangenen beiden Jahrzehnten grundlegend gewandelt. Galten staatliche Unternehmen einst als träge, ineffiziente und oft korrupte Giganten, gehören sie heute zu den wertvollsten multinationalen Unternehmen der Welt. Staatsunternehmen sind häufig hybride Unternehmen, an denen private Investoren nicht nur finanziell beteiligt sind, sondern nicht selten auch Stimmrechte halten. In der aktuellen Ausgabe des Magazins CONNECT möchten wir das vieldiskutierte Thema „Staatsbetriebe“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten – wir haben dafür mit deutschen und chinesischen Experten gesprochen. Darüber hinaus berichten wir über aktuelle Ereignisse an der Schnittstelle von China und Deutschland. Nach dem Ausbruch des Coronavirus COVID-19 in China hat die Chinesische Handelskammer in Deutschland (CHKD) einen Spendenaufruf gestartet. Rund 30 chinesische Unternehmen und Institutionen haben sich an der Spendenaktion in Form von materieller und finanzieller Unterstützung beteiligt. Insgesamt wurden 4,5 Millionen Hilfsgüter gespendet. Die finanziellen Spenden belaufen sich auf etwa 860.000 RMB und wurden direkt an mehr als 20 örtliche Krankenhäuser, medizinische und epidemische Präventionsstellen sowie Wohltätigkeitsorganisationen überwiesen.

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