Zukunft gehört dem „Resonanz-Tourismus“

Tourismus-Trendstudie: Reisende wollen „berührt“ werden

Wie sich die Lage in den einzelnen Tourismusländern und -destinationen entwickeln wird ist ungewiss. Doch schon jetzt zeigt sich, welche Trends aufgrund der Corona-Krise an Relevanz gewinnen. Das Zukunftsinstitut hat Ende 2019 die Studie Resonanz-Tourismus herausgebracht. In einer Post Corona Welt ist die Kernaussage der Studie aktueller denn je. Die Zukunft gehört nachhaltigen Tourismuskonzepten, die auf die Kraft der Begegnung beim Reisen setzen.

Der Resonanz-Tourismus eröffnet dem Gast neue Qualitäten. Der Mensch steht im Mittelpunkt, nicht die digitalen Daten. Digitale Buchungsplattformen haben Abläufe im modernen Massentourismus verändert, nicht aber dessen Identität.
„Die rein quantitative Maximierung ist für Touristiker und Touristen eine Sackgasse. Tourismus ist an vielen Orten kein Glücksgarant mehr, sondern bloßer Stressfaktor. Er schadet der Umwelt, belastet die Locals, stresst den Reisenden, überfordert die Angestellten und erhöht den Preisdruck auf Anbieter“, bilanziert Harry Gatterer, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts.
In der Trendstudie „Der neue Resonanz-Tourismus“ haben die Autoren herausgearbeitet, wo die Zukunftsqualitäten des Tourismus liegen. Die Studie zeigt auf, dass der gesellschaftliche Wandel hin zu einer neuen „Wir-Kultur“ auch im Tourismus Resonanzerfahrungen fordert und fördert.

 „Die Menschen fragen immer mehr intensive Reiseerlebnisse und transformative Urlaubserfahrungen nach. Sie wollen auf Reisen ‚berührt‘ werden und Lebensqualität erfahren. Dies erfordert eine neue Qualität des Tourismus, der den Blick nicht bloß auf digitale Daten, sondern auf menschliche Werte und Bedürfnisse richten muss.“
Dafür ist laut Studie eine Rückkehr zum touristischen Kernwert der „Gastfreundschaft“ nötig: Es geht um ein freundschaftliches Angebot von Lebensqualität und gelingenden Beziehungen. Dies gilt auch für das Verhältnis zu den Mitarbeitern. Der massive Fachkräftemangel in der Branche ist angesichts fordernder Arbeitsbedingungen laut der Studie ebenfalls nur durch mehr Resonanz lösbar. Nicht nur auf einzelne Anbieter, sondern auf ganze Regionen warten durch eine neue Resonanz-Kultur neue Chancen. Tourismus-Anbieter müssen Antworten auf die Frage entwickeln, welche Resonanzerfahrung sie und das gesamte regionale Ökosystem bieten können, in dem sich die Menschen rund um das jeweilige Angebot bewegen. Besonders wichtig ist es, die Qualität der Reiseerfahrung als Ganzes im Blick zu haben. Wer schon bei der Buchung und Anreise positive Resonanzerfahrungen möglich macht, kann bei den Gästen besser punkten.
Quelle: Zukunftsinstitut

„Resonanz-Tourismus“: August 2019 | 116 Seiten | ISBN: 978-3-945647-62-2

Das Zukunftsinstitut ist ein internationaler Think-Tank für Trend- und Zukunftsforschung. In diesem Bereich zählt es zu den einflussreichen Forschungs- und Beratungsteams Europas. Gegründet wurde das Unternehmen 1998 in Deutschland. www.zukunftsinstitut.de